Dieses Wochenende konnte ich die Uraufführung des Musicals "Tutanchamun" in den Festspielen Gutenstein erleben. Natürlich will ich meine Meinung dem gewogenen Leser nicht vorenthalte. Vorweg ein paar Details am Rande. Das Zelt wurde etwas näher zum Parkplatz verlegt. Die Auslastung, zumindest dieser Vorstellung, war deutlich geringer als in den bisherigen Jahren bei den Raimundfestspielen. Das hat sich schon deutlich am Parkplatz gezeigt, der fast halb leer war.
Die Geschichte handelt von dem Pharao Tutanchamun, der schon als Kind die Führung des Reiches übernehmen muß. Es dreht sich um seine Entwicklung, die Intrigen am Hof und seine Liebe zu seiner Frau Anchesenamun. Im Grunde eine 0815 Geschichte in der Tracht der alten Ägypter. Aber wer geht schon wegen der Geschichte in ein Musical, da ist Musik, Tanz und Aufführung viel wichtiger.
Womit wir schon bei der Aufführung wären. Das Bühnenbild ist eher einfach gehalten, wird aber durch Lichttechnik und Beamer sehr gut ausgebaut und bringt die Atmosphäre stimmig rüber. Es paßt alles wirklich gut zusammen und man hat das Gefühl, man ist mitten drinnen, vor allem da auch immer wieder bis ins Publikum hinein gespielt wird.
Die Choreographie hat mir auch sehr gut gefallen. Die Tänze sind rasant und peppig, immer wieder mit typischen ägyptischen Posen versehen. Obwohl die Darsteller nicht gerade warm angezogen sind, kommen sie gehörig ins schwitzen, was sicher nicht nur an der Hitze im Zelt liegt.
Bis hierher kann ich die Aufführung nur loben. Die Darsteller geben sich viel Mühe beim Singen. Auch wenn ich nicht mit einem absoluten Gehör ausgezeichnet bin, würde ich sagen, daß der Gesang ausgezeichnet ist. Aber auch die besten Sänger konnten dieser Aufführung nicht mehr helfen. Den Liedern fehlen Höhen und Tiefen, alles klingt wie ein Einheitsbrei. Es gab kein Lied, das irgendwie ins Ohr ging, das zum Ohrwurm taugt.
Selbst wenn jedoch die Lieder besser gewesen wären, wäre die Aufführung eine akustische Katastrophe. Die Tonanlage war viel zu laut aufgedreht, sodaß es beinahe schon schmerzhaft war. Selbst einer Bekannten, die ein Hörgerät braucht und dieses nicht benutzte, war es zu laut. Wie schon geschrieben, wird auch im Publikum gespielt. Als die Darstellerin der Anchesenamun laut singend an mir - ich saß auf Sitz 2- langsam vorüberging, konnte ich nicht hören, ob sie singt oder nicht, weil die Anlage sie so stark übertönt hat. Wenn ich da im Gegenzug an die Seefestspiele Mörbisch denke, wo es vorkam, daß das Mikrofon ausgefallen ist und man den Sänger dennoch noch gehört hat, stellt sich mir die Frage, warum muß das so laut sein? noch dazu wurde viel zu viel Echo-/Hall-Effekt dazugemischt. Das ganze hat dadurch unnatürlich gewirkt. Ein Zelt klingt nun mal nicht wie eine große Halle. noch dazu war dadurch der Text schwer bis gar nicht verständlich.
Zusammengefaßt auf vier Worte: Optisch hui, akustisch pfui.
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